WAS für eine Orgel ?

Das neue Instrument wird sich in seiner Bauart, Spielweise und Klanglichkeit an norddeutsche Orgeln der Barockzeit anlehnen. Diese Instrumente waren für einen Großteil der deutschen Orgelkomponisten des 17. und 18. Jahrhunderts (wie z.B. Buxtehude, Reincken oder Bach) das stilprägende Ideal, das auch im 20. Jahrhundert (z.B. für Bornefeld, Distler oder Reda) noch maßgeblich nachgewirkt hat. 

Die Disposition der Orgel lautet:

I  Unter-Manual C-g’’’   
II  Ober-Manual C-g’’’   
Pedal C-f’
Gedackt 8’
Quintadena 8’
Rohrflöte 4’
Waldflöte 2’
Quinte 2 2/3'
Terz 1 3/5'
Dulcian 8’
Principal 8’
Hohlflöte 8’
Octave 4’
Nasat 3’
Octave 2’
Mixtur III
Sub-Baß 16‘
Principal 8‘ Tr.
Gedackt 8‘ Tr.
Octave 4‘ Tr.
Dulcian 8‘ Tr.
Koppeln I/II, I/P, II/P, Tremulant

 

Das Besondere an diesem Instrument wird die Möglichkeit sein, zwischen einer mitteltönigen und einer wohltemperierten Stimmung hin- und herschalten zu können. Durch sogenannte Wechselschleifen kann man für die Musik des 16. und 17. Jahrhunderts eine mitteltönige Pfeifenstimmung verwenden und für die Musik ab dem frühen 18. Jahrhundert bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf eine wohltemperierte Stimmung zurückgreifen. Dieses Instrument ist somit in der Lage, einen wesentlichen Teil der im Studium vorkommenden Orgelmusik adäquat darzustellen. 

Die Orgelbaufirma

Nach der Ausschreibung und einem aufwändigen Auswahlverfahren erging Ende 2017 der Zuschlag an eine mit dem Bau under Renovierung historisch-norddeutscher Orgeln sehr verfahrene Orgelbaufirma: Jürgen Ahrend Orgelbau

Die Orgelbaufirma Ahrend wurde 1954 im ostfriesischen Leer in Nordwestdeutschland gegründet. Schwerpunkt der inzwischen weltweit renommierten Firma ist der Bau von Orgeln, die sich handwerklich, technisch und vor allem klanglich an den Instrumenten der Renaissance und des norddeutschen Barock orientieren. Die Orgeln des 17. und 18. Jahrhunderts, von denen vor allem in Ostfriesland sehr viele mit historischem Pfeifenbestand erhalten sind, waren von ganz besonderer klanglicher Schönheit und Qualität. 

Hilfreich war und ist daher für die Firma Ahrend, dass bis heute etwa die Hälfte ihrer Arbeiten aus Restaurierungen historischer Instrumente besteht, die sich stets als besonders gute Lehrmeister erweisen.

Das Begreifen der Orgel als historisches Instrument entspringt beim Team um Orgelbaumeister Hendrik Ahrend der Überzeugung, dass zum einen Serienfertigung, Elektronik, Kunststoffe und andere Industrieprodukte der handwerklichen und künstlerischen Ästhetik der Orgel sowie ihrer Dauerhaftigkeit abträglich sind, zum anderen der, dass besonders Instrumente im Stile und mit dem Klang des 17. und 18. Jahrhunderts heute in der Lage sind, Verstand, Herz und Gemüt der Menschen anzuregen. 

Die Firma Ahrend baut Instrumente von höchster Qualität, bei denen Standort, Klang, Gehäuse und Raum in idealer Weise harmonieren und die zudem über eine inspirierende, leichtgängige und dauerhafte Mechanik verfügen. Arbeiten der Firma Ahrend findet man nicht nur in Deutschland, sondern auch in Australien, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, der Schweiz, Schottland und den USA.