Hochschule für Kirchenmusik
Tübingen
Schwabenhaus
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„Zielführend!!!"

Eine Fortbildungstagung mit Ulrike Gaffron für die DozentInnen der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen

 

„Gute DozentInnen, die auf ihre StudentInnen individuell eingehen". Dieses erfreuliche Fazit über die Arbeit der DozentInnen der Hochschule für Kirchenmusik Tübingen (HKM) zog die auswertende Referentin der 5. Dozentenfortbildung, Frau Ulrike Gaffron, aus den schriftlichen Rückmeldungen der Studierenden der Hochschule während der letzten sieben Jahre.

 

Seit fünf Jahren veranstaltet die HKM eine jährliche Fortbildungstagung für ihre Lehrkräfte. Neben einigen wenigen fest angestellten MitarbeiterInnen ist die Mehrzahl der HKM-DozentInnen mit kleinerem Lehrauftrag von im Durchschnitt unter sechs Wochenstunden beschäftigt, so dass diese Tagungen das Ziel haben, Möglichkeiten der Begegnung, des Austausches und der Arbeit im Team - besonders als Gesamtkollegium - zu schaffen. Darüberhinaus sollen konkrete Fertigkeiten geschult werden, die zu einer Verbesserung der Qualität der Lehre beitragen. Namhafte Referenten wie der Freiburger Musikpädagogikprofessor Dr. Anselm Ernst, der Tübinger Theologe Prof. Dr. Volker Drehsen sowie der Komponist Dieter Schnebel konnten u.a. bisher für diese Fortbildungsarbeit gewonnen werden.

 

Der Senat der Hochschule hatte 2008 beschlossen, dass die inhaltliche Ausrichtung der Dozentenfortbildung 2009 sich sehr gezielt aus den Ergebnissen der studentischen Evaluation der Lehrkräfte ableiten sollte. Die Studierenden haben die Möglichkeit, sich einmal jährlich an einer umfangreichen, sehr detaillierten Fragebogen-Umfrage zu beteiligen, in der die einzelnen Lehrkräfte an der HKM beurteilt werden können und in der ausführliche Rückmeldungen zu allen wichtigen Aspekten des Studiums und des Hochschullebens gesammelt werden. Diese jährliche Evaluation lieferte bereits in sieben Durchgängen sehr wertvolle Impulse, sowohl an die Lehrkräfte als Einzelnen, als auch an die Hochschulleitung und an ihre Gremien. Sie wird auch künftig fortgesetzt.

 

Als Referentin, die diese Evaluationsergebnisse einsehen und auswerten sollte, um daraus ein Konzept für die Fortbildungstagung zu entwickeln, wurde Ulrike Gaffron gewählt, die als selbständig tätige, beratende Rechtsanwältin, Moderatorin, Führungskräftecoach, Organisationsentwicklerin und Supervisorin die Aufgabe gerne übernommen hat. Sie hatte durch ihre Teilzeitbeschäftigung als Referentin der Landeskirchlichen Mitarbeitervertretung mit Schwerpunkt Fortbildungsarbeit bereits seit mehreren Jahren gute Kontakte zur HKM aufgebaut und somit einen fundierten Einblick in deren Strukturen und Abläufe gewonnen.

Ulrike Gaffron schlug für die Tagung das Motto „Weiterentwicklung der HKM" vor: Bilanz ziehen nach sieben Jahren studentischer Evaluation und Visionen für die Zukunft entwickeln: Was waren die bisherigen Ziele an der HKM, was sind die Ziele für die Zukunft? Aus welchen Gründen empfehlen die Studierenden ihre Hochschule weiter, aus welchen Gründen nicht? Was sind die Vorteile einer kleinen Hochschule bzw. Gemeinschaft, was sind die Nachteile? Welche Aufgaben ergeben sich daraus?

 

Im Vorhinein hatte Ulrike Gaffron alle Evaluationsergebnisse der letzten sieben Jahre ausgewertet und in sechs Hauptforderungen bzw. -erkenntnisse zusammengefasst, die während der Tagung den DozentInnen präsentiert wurden. Diese sollen als Grundlage für einen weiteren Prozess der Veränderung und Weiterentwicklung der Hochschule dienen, die Ulrike Gaffron erfreulicherweise weiter begleiten wird. Ihre Arbeit verstand sich immer als „Hilfe zur Selbsthilfe". Alle Einzelschritte der Tagung regten zunächst zu einer Selbstreflexion der TeilnehmerInnen über ihre persönlichen Ziele (und später zu den Zielen der Hochschule) an. Die Ergebnisse dieser Reflexion wurden schriftlich fixiert, in Kleingruppen verglichen und diskutiert, um schließlich im Plenum vorgestellt zu werden. So wurde es klar, welche Gemeinsamkeiten bei den Zielsetzungen bestehen, welches Leitbild der HKM bisher bestand, welche Ziele bisher verfolgt wurden und - am Allerwichtigsten - welche Ziele künftig Priorität haben werden. Neben der Profilschärfung - auch durch weitere Aufbaustudiengänge -, der Präsenzpflege in der Landeskirche, der innovativen Weiterentwicklung der Kirchenmusik und deren pädagogischen Vermittlung steht als Ziel an vorderster Stelle, dass künftige Studierende die Hochschule in allen Hauptbereichen uneingeschränkt empfehlen - d.h. in den Hauptfachbereichen Orgel, Chorleitung und Hochschulchor. Der Rektor der HKM, KMD Prof. Ingo Bredenbach hat deutlich gemacht, wie sehr er sich der HKM verbunden fühlt und dass ihm sehr daran liegt, die Ergebnisse der Fortbildungstagung tatkräftig und konkret umzusetzen, bevor er am Ende des Jahres die Stelle wechselt und Kantor an der Tübinger Stiftskirche wird. So wird sein/e Nachfolger/in einen sehr lebendigen Prozess der Erneuerung und Weiterentwicklung vorfinden, den er oder sie mit neuen Akzenten ergänzen mag. Als bisherige „Markenzeichen" der HKM, deren Entwicklungspotenziale im weiteren Prozess unter die Lupe genommen werden sollen,  sind zu benennen: Die Ökumene, erweiterte Angebote in Popularmusik, Kinderchorleitung und den theologischen Disziplinen, die Vernetzung der Fächer, die Ausbildung der Studierenden zu gesamt-künstlerischen Persönlichkeiten, die Dialogfähigkeit und gemeinsame Lernfähigkeit zwischen den DozentInnen und StudentInnen, das differenzierte Eingehen auf die Studierenden und ihre individuelle Förderung. Es wurde eine Arbeitsgruppe von acht DozentInnen eingesetzt, die weitere Ideen sowie konkrete Vorschläge und Konzepte aus den Ergebnissen der Fortbildungstagung 2009 entwickeln sollen. Diese werden die Grundlage der nächsten Dozentenfortbildung an der HKM bilden, die im Februar 2010 unter Leitung von Ulrike Gaffron stattfinden wird.

 

Es war von Anfang an besonders bemerkenswert und erfreulich zu erleben, wie stark das „Wir-Gefühl" und die Motivation, sich intensiv einzubringen bei den Bemühungen um Lösungen für „unsere Hochschule" unter den ca. 20 DozentInnen waren. Die Tagung fand in einer Atmosphäre großer Offenheit und Dialogbereitschaft statt und ließ vielfältige Potenziale aufblitzen, die eine spannende Zukunft für die HKM vermuten lassen.

 

Ein ganz besonderer Dank gilt Ulrike Gaffron. Sie führte ruhig, gelassen und zuversichtlich durch die Tagung, ihre Auffassungsgabe (und deren Tempo!!), ihre Präzision in der Strukturierung der einzelnen Schritte und bei der Formulierung der Ergebnisse waren vorbildlich - und die Freude darüber, dass sie den Prozess an der HKM weiterbegleiten wird, um uns „ans Ziel zu führen", war bei allen TeilnehmerInnen groß!!

 

Schriesheim, den 27.03.2009

 

Prof. Martin Smith


HOCHSCHULE FÜR KIRCHENMUSIK DER EVANGELISCHEN LANDESKIRCHE IN WÜRTTEMBERG
72074 TÜBINGEN • GARTENSTRAßE 12