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Aufbaustudium Popularmusik – ein Erfahrungsbericht
Sie sind gerne KirchenmusikerIn, Ihre Stelle gefällt Ihnen, alles läuft gut, und dennoch spüren Sie, Sie brauchen neue Anstöße, nach vielen Jahren Berufstätigkeit würden Sie gerne noch einmal andere Schwerpunkte setzen?So etwa war meine Situation, als ich mich entschloss, fast 50-jährig, ein Aufbaustudium für kirchliche Popularmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen zu beginnen. 5 Semester lang (geplant waren zunächst nur 4) jede Woche Unterricht in Klavier plus wechselweise Schlagzeug und Gitarre, Grundlagenseminare über Popularmusikgeschichte und Theorie, Arrangementseminare mit praktischen Übungen – das mag hart klingen, und doch war es neben dem beruflichen Wochenablauf zu bewältigen. Ganz bewusst hatte ich mich für die Variante des Studiums an der Tübinger Hochschule mit regelmäßigem Unterricht entschieden – im Unterschied zu den Blockseminaren, die mehrmals im Jahr beispielsweise an der Bundesakademie Trossingen angeboten werden. So wusste ich von vornherein, welche Tage bzw. Stunden grundsätzlich freizuhalten waren, und ich musste nicht immer wieder neu organisieren.Auch das vielleicht etwas langsamer gehende, jedoch kontinuierliche Lernen lag mir einfach mehr. Die Kirchengemeinde hat Fahrtkosten übernommen und mich auch moralisch kräftig unterstützt. Nun sind die 2 ½ Jahre vorbei, und ich werde gefragt: Was hat’s gebracht? Neben dem Kennenlernen von mir bisher völlig unbekannten Bereichen, z.B. in Pop-Theorie und Popmusikgeschichte, bin ich im Kinderchor dank der Gitarre inzwischen nicht mehr ausschließlich auf das Klavier angewiesen, kann ich dem Schlagzeuger in der Konfi-Band sagen, wie er spielen soll, begleite ich mit neuen Harmonien und Rhythmusmustern mutiger und ideenreicher am Klavier, oder schließe auch mal ein Mischpult samt Verstärker und Monitorboxen etc. an. Das gibt nicht nur eine gewisse Unabhängigkeit und Sicherheit bei den Proben mit den Jugendlichen, sondern auch neue Möglichkeiten in der Gemeinde, da ich ganz andere Personen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten in die Gottesdienstgestaltung einbeziehen kann. Aber nicht nur für Jugendchor, Konfirmanden und Bands sehe ich Vorteile dank der Ausbildung, vieles vom Popklavierunterricht lässt sich durchaus auf die Orgel übertragen, und auch in der klassischen Kirchenmusikerarbeit profitiere ich von zahlreichen Anrwegungen und Ideen. Nicht zu vergessen sind die bereichernden Gespräche mit den Studenten und Dozenten, die immer zur Verfügung stehende, reichhaltige Bibliothekund nicht zuletzt das wunderschöne Tübingen. Fazit: Wenn Sie neuen Schwung für Ihre Arbeit suchen, dann ist das Aufbaustudium der kirchlichen Popularmusik in Tübingen auf jeden Fall eine Überlegung wert.
Beate Zimmermann, Kirchenmusikerin an der ev. Petruskirche Gerlingen


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